Im Frühjahr 1953 fassten 14 Hundesportfreunde den Entschluss, die Ortsgruppe Trebur im Verein für Schäferhunde zu gründen. Diese 14 Hundeführer hatten alle mehr oder weniger schon seit längerer Zeit mit Hunden zu tun - obwohl man nicht sagen kann, dass es durchweg “Experten” waren (dazu später mehr).
Im Gründungslokal, dem Gasthaus “Zum Körbchen” am alten Sportplatz, wurde dieser Entschluss dann kurz in die Tat umgesetzt. Der neu gegründete Schäferhundeverein wurde beim Hauptverein in Augsburg angemeldet, wo er seit 1953 eingetragen ist. Der Gründungsvorsitzende war Ludwig Lapp (sen.). Doch bereits in der Versammlung im Jahre 1954 wurde Friedrich Mees zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt.
Der erste Übungsplatz des Vereins befand sich am alten Schießplatz, und zwar auf dem Gelände, auf dem heute das Treburer Schwimmbad zu finden ist. Die Unterstände, von denen aus die Zielscheiben hochgezogen worden waren, nutzte man als “Vereinsheim”, nachdem alles provisorisch abgedichtet worden war. Dieses Gelände wurde aber nur etwa zwei Jahre genutzt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem Verein von der Gemeinde eine neue Bleibe zugewiesen wurde, nämlich das Gelände, auf dem wir uns heute noch befinden. Das erste Dach über dem Kopf stammte vom damaligen 1. Vorsitzenden Fritz Mees, es war eine Baracke, die im 2. Weltkrieg als Behelfsunterkunft gedient hatte.
Alles in allem kann man sagen, dass es damals viel größerer Anstrengungen bedurfte, die Hunde auszubilden, als man es sich heute vorstellen kann. Da war zunächst einmal die Tatsache, dass es “nichts gab”, alles was der Verein benötigte, musste von den Mitgliedern gestiftet bzw. selbst aufgebaut werden. Und die Hundeausbildung darf man sich auch nicht so vorstellen, wie man es heute gewohnt ist. Einerseits gab es niemanden, der als wirklicher Experte bezeichnet werden konnte – die Hundeführer waren durchweg Laien, die sich aus Liebe zum Vierbeiner zusammengeschlossen hatten und ihre Hunde gemäß den Anforderungen des Schäferhundevereins ausbilden wollten. So lief denn auch so manche Übungsstunde derart ab, dass die Hundeführer die Prüfungsordnung in der Tasche einstecken hatten, auf den Übungsplatz hinausgingen, dort einige Übungen machten und dann nachsehen mussten, wie es eigentlich weitergeht. Andererseits übte man nicht nur streng nach den Buchstaben der Prüfungsordnung oder der Ausbildungshefte, die man sich beim Schäferhundeverein beschaffte. Den Hunden wurden noch andere Dinge beigebracht, etwa auf einem “Schwebebalken” zu balancieren oder über einen Tisch springen, an den Personen saßen (natürlich ohne diese Personen zu belästigen).
Solche Übungen wurden auf Vorführungen gezeigt und kamen auch bei Außenstehenden gut an. Es war alles ein bisschen lockerer, weniger verbissen nur auf Leistung ausgerichtet als vielmehr Spaß an der Freud` und der Beschäftigung mit den Hunden. Einiges an Begeisterung musste man schon damals mitbringen, wenn man bedenkt, dass da kaum jemand ein Auto hatte und die Hundeführer alle Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen mussten. Besonders dann, wenn einmal eine Prüfung, z.B. in Darmstadt, stattfand, bei der die Fährtenarbeit um 8 Uhr morgens begann. Dennoch nahmen die Hundeführer immer wieder an Prüfungen der umliegenden Ortsgruppen teil, was auch den Zusammenhalt der Vereine förderte. So wurde auch 1965 ein Vergleichskampf der Ortsgruppen Nauheim, Groß-Gerau, Dornheim, Oppenheim und Trebur ins Leben gerufen. Von den Hunden selbst wurde von der Prüfungsordnung ebenfalls mehr verlangt, vor allen Dingen in sportlicher Hinsicht. So war es u.a. Pflicht, dass der Hund über eine zwei Meter hohe Steilwand einen Gegenstand apportieren musste – heute muss er dies nur noch über eine 1,80 m hohe Schrägwand, über die er problemlos laufen kann. Weiterhin zählte beispielsweise die Futterverweigerung (der Hund durfte nichts aus der Hans eines Fremden annehmen) zum Übungsrepertoire der damaligen Zeit. Es wurde jedoch nicht nur mit den Hunden gearbeitet. Neben dem Beruf und der Arbeit zu Hause musste auch der Übungsplatz hergerichtet werden. Zum Einen war eine Umzäunung notwendig, zum Anderen benötigte man die Hindernisse (Meterwand, Zweimeterwand), es waren Verstecke für den Schutzdienst nötig, usw. usw. Auch das Vereinsheim wurde ständig erweitert und verschönert. Das erste Vereinsheim auf dem neuen Platz wurde mit der Zeit zu klein, so dass im Jahre 1963 eine größere Unterkunft angekauft werden musste. Das alte Häuschen dient heute noch einem Mitglied in seinem Schrebergarten. Am 7. September 1963 wurde die Baracke aufgeschlagen, die auch heute noch den Kern unseres Vereinsheims ausmacht. Doch selbst hier wurden (und werden noch immer) Veränderungen und Verbesserungen vorgenommen, alles in Eigeninitiative der Mitglieder, die nach wie vor einen großen Teil ihrer Freizeit dem Hundesport opfern. Als erstes errichteten die Mitglieder eine Boxenanlage, damit die Hunde nach der Übungsstunde im Trockenen untergebracht werden konnten, sodann wurde dem Vereinsheim eine Terrasse vorgebaut, damit die Gäste den Übungsbetrieb und die Prüfungen ebenfalls im Trockenen beobachten konnten. Es folgten die Erweiterung der sanitären Anlagen, denn so ein “Plumpsklo”, wie es vorher gang und gebe war, war nun nicht mehr zeitgemäß. Ganz am Anfang wurde das Vereinsheim von Gaslampen beleuchtet, aber nach einigen Jahren konnte ein Stromaggregat beschafft werden, und die Beleuchtung wurde auf Glühlampen umgestellt. Der Teufel steckte aber auch hier im Detail, so dass es des öfteren vorkam, dass man unvermittelt im Dunkeln stand – was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Man entschloss sich dennoch zu einem Stromanschluss, der fast vollständig in Eigenregie der Mitglieder durchgeführt wurde, vor allem auch deshalb, weil die Handpumpe für die Wasserversorgung durch die elektrische Pumpe ersetzt worden ist und eine Platzbeleuchtung angebracht wurde, damit man auch nach Anbruch der Dunkelheit den Übungsbetrieb durchführen konnte. Die letzte große Investition fand 1991 statt, als das Vereinsheim an die Kanalisation angeschlossen wurde, um den Auflagen der Gemeinde in bezug auf die Abwässer zu genügen. 1998 wurde der Gastraum renoviert und neue Holzdecken eingezogen und im darauf folgenden Jahr wurde der überdachte Freisitz winterfest gemacht in dem neue Fenster, der Boden gefliest und eine neue Heizanlage installiert, sowie die Wände vertäfelt wurden. 2004 wurden rund um den Übungsplatz Lichtmaste gestellt für eine neue Beleuchtung. Der Übungsbetrieb konnte somit in der dunkleren Jahreszeit wieder unter besserer Platzbeleuchtung stattfinden. Gleichzeitig mit dem Verlegen der Verkabelung für die Beleuchtung, wurden auch Rohre für eine flächendeckende Berieselungsanlage verlegt. Zum Jahresende 2004 wurde die Beleuchtungs- als auch die Berieselungsanlage für den Übungsplatz fertig gestellt.
Gründungsmitglieder
Werner Friedrich - Heinrich Hahn - Johann Hahn - Horst Körner - Jakob Krumb-
Werner Lapp - Christian Roth - Friedrich Mees - Karl-Heinz Kolb
Ludwig Lapp (sen.) - Günther Roth - Heinrich Wedel - Karl Wolf - Günter Pietsch